Unsere Geschichte

In Ledersesseln lümmeln und rauchen, bis die Luft blickdicht wurde: So sah Journalistenausbildung in den Siebzigern aus. Heute ist die Arbeitsatmosphäre in der Akademie konzentrierter und das Mobiliar leichter geworden. Doch der Ton im Haus ist immer noch herzlich – und die Frage nach der Haltung im Journalismus immer noch wichtig.

Die Akademie im Lauf der Zeit

Sommer 1967: Der Deutsche Journalistenverband DJV bittet die Berufsvereinigung Hamburger Journalisten, zu überlegen, wie die Volontärs-Ausbildung verbessert werden kann.

17. Oktober1968: Im Hamburger Ratsweinkeller treffen sich erstmals die späteren Gründer der Akademie. Auf Verlagsseite sind unter anderem dabei: der Spiegel, Gruner + Jahr und die Lübecker Nachrichten. Weitere Gründungsmitglieder sind der DJV und der NDR.

15. Juli 1970: Die Akademie für Publizistik wird gegründet. Von Anfang an ist die Akademie ein gemeinnütziger Verein. Vereinsvorsitzender wird Kurt Maschmann, Lokalchef der Hamburger Morgenpost.

Das erste Akademie-Zuhause

August 1970: Der Verein mietet eine Villa im Hamburger Stadtteil Pöseldorf. Der stuckverzierte Altbau liegt in der Magdalenen-Straße, direkt hinter dem Garten glitzert die Alster.

Oktober 1970: Das erste Seminar heißt: „Neue Produktionsverfahren in Presse, Hörfunk und Fernsehen“. Es melden sich sieben Journalisten an, um den „Lehrvorträgen mit Aussprache“ beizuwohnen.

November 1970: Der erste Volontärskurs beginnt. Die angehenden Print-Journalisten lernen, wie sie Nachrichten bearbeiten sollen oder wie das deutsche Verfassungsrecht aussieht. Sie streiten mit den Dozenten über Politik und Ethik, dabei wird heftig geraucht.

1972: Die Akademie kauft eine Harris Intertype, eine Zeilensetzmaschine, um „die Absolventen praxisnah am technischen Equipment von morgen“ auszubilden. Denn schon damals weiß der Vorstand der Akademie, dass „Kugelschreiber, Schreibmaschine, Schere und Leimtopf“ bald keine Rolle mehr spielen werden.

1980: Der erste Seminarleiter kommt! Für die Teilnehmer ist er der richtige Ansprechpartner, wenn sie Sorgen oder Probleme haben. Hauptsächlich wird er aber eingestellt, damit er neue Kurse entwirft und sie zusammen mit den externen Dozenten entwickelt.

1981: Armin Sellheim wird neuer Direktor. Er ist gelernter Zimmermann und Jurist, zuvor arbeitete er als Leiter der Personalabteilung beim Spiegel und der Wirtschaftswoche. In der Akademie bittet er die Volontäre regelmäßig, seine Texte kritisch zu redigieren.

1986: Die Akademie bietet nun auch Seminare für Menschen an, die nicht in den Medien arbeiten: Die ersten Kunden sind Pastoren der nordelbischen Kirche. Sie lernen, wie man Nachrichten schreibt, Interviews führt und das Layout macht. Damit der Gemeindebrief besser wird.

1988: Der Direktorenstuhl bekommt einen neuen Besitzer: Will Teichert. Er leitete bis dahin die Abteilung für Medienforschung und Programmplanung des Hessischen Rundfunks und arbeitete als Medienwissenschaftler am Hans-Bredow-Institut.

Lernen am Computer in den 80er-Jahren

September1989: Das erste Seminar zum Thema Computer, Titel: „Arbeiten mit dem PC“.

1991: In der Akademie findet das erste Management-Seminar statt. Zielgruppe sind künftige Führungskräfte in der Redaktion. Das Interesse ist enorm, deshalb werden die Kurse wenig später auch in Österreich und der Schweiz angeboten.

1995: Nun findet jeden Monat ein Volontärskurs statt – der Kaffeeautomat ist zeitweise überlastet. Später wird ein neuer angeschafft, der das Pensum problemlos bewältigt.

1996: Die Akademie für Publizistik geht ins Internet unter der Adresse www.akadpubli.de – keine besonders gelungene Domain. Ein Jahr später wird daraus www.akademie-fuer-publizistik.de.

1997: Das erste Web-Seminar in der Akademie: „Online-Journalismus – Spielwiese für Computer-Freaks oder Arbeitsfeld der Zukunft?“ heißt ein Programmpunkt.

1998: Ein Umzug steht an. Die schöne Pöseldorfer Villa, in der die Akademie bislang residierte, wird verkauft, die Mieterin muss raus. Übergangsweise zieht sie in einen Pavillon im Mittelweg, in direkter Nähe zur dpa-Zentrale. Mittags gehen alle in die dpa-Kantine.

Das neue Zuhause

Mai 1999: Die Akademie zieht in die Warburgstraße, nur 100 Meter von der Alster entfernt und nur 200 vom Dammtor-Bahnhof. Das Stadthaus hat über 1000 Quadratmeter: Unterm Dach gibt es Appartments für Seminarteilnehmer, eine Etage wird an das Hans-Bredow-Institut vermietet, in den restlichen Etagen werden Journalisten ausgebildet.

1999: Chefwechsel: Will Teichert, bislang Direktor der Akademie, wird Vorstandsvorsitzender. Seinen Posten übernimmt Friedrich Mielke. Der promovierte Anglist arbeitete vorher als Pressereferent des Amerika-Hauses in Hamburg.

2001: Die Akademie bekommt erstmals eine Chefin: Annette Hillebrand. Sie arbeitete bei der taz Hamburg als CvD und schrieb als freie Journalistin vor allem Reportagen und Porträts für Tageszeitungen und Zeitschriften. Seit ihrer Zeit bei der taz arbeitet Hillebrand als Dozentin in der journalistischen Aus- und Weiterbildung. Zur Zeit gibt sie in der Akademie das Moderations-Seminar – weil sie sich ab und an von ihren Pflichten als Direktorin erholen will.

2002: Jetzt können auch Fernseh-Volontäre in die Akademie kommen, um sich ausbilden zu lassen. Schon ein Jahr zuvor gab es den ersten Hörfunk-Volontärskurs. Damit ist die Akademie die einzige Einrichtung, die Volontäre aller Medien – Print, Hörfunk, Fernsehen – ausbildet.

2003: Der Ethik-Rat gründet sich. Er versteht sich als ratgebendes Forum für Kollegen, die zweifeln oder verzweifeln. Vier Experten nehmen sich seither schwierigen moralischen Fragen an.

2004: Die Akademie geht nun auch außer Haus und schickt ihre Dozenten direkt zum Kunden. Konzept und Ablauf dieser Inhouse-Seminare entwickeln Auftraggeber, Seminarleitungen und Dozentinnen gemeinsam. Zu den Inhouse-Kunden der Akademie zählen unter anderem die Lufthansa, die Handelskammer Hamburg und der Wiener „Standard“.

Oktober 2008: Die Akademie bietet den Studiengang New Media Journalism an, gemeinsam mit der Leipzig School of Media, der Schweizer Journalistenschule MAZ und dem Kuratorium für Journalistenausbildung in Salzburg. Das berufsbegleitende Studium dauert vier Semester und endet mit dem Master-Abschluss.

Oktober 2008: Die Akademie twittert: twitter.com/Akademie

Januar 2010: Crossmediales Arbeiten gehört nun zur Volontärsausbildung dazu. Damit ist die Akademie für Publizistik eine der ersten Institutionen, die angehenden Redakteuren multimediales Produzieren lehrt.

September 2010: Die Akademie feiert ihr 40-jähriges Bestehen.

Juni 2014: Nadja Stavenhagen wird Direktorin und Geschäftsführerin der Akademie für Publizistik.

Januar 2017: Die Akademie verlässt die Warburgstraße und zieht in den Cremon 32.

Kontakt

Akademie für Publizistik Hamburg
Cremon 32
20457 Hamburg
Tel: +49 40 41 47 96 - 0
Fax: +49 40 41 47 96 - 90
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