Neue Ausstellung in der Akademie

Visible and invisible Borders – 4 Aspects of the Israeli-Palestinian-Conflict

Der bereits Anfang des 20. Jahrhunderts beginnende territoriale Konflikt im damaligen englischen Mandatsgebiet Palästina ist vielschichtig und komplex in seiner Struktur - für den Außenstehenden auf den ersten Blick schwer zu erfassen: Visible and invisible Borders ist der Versuch 4 verschiedene Aspekte des Israelisch-Palästinensischen-Konfliktes wie er sich heute darstellt - sowie den Umgang mit seinen Auswirkungen innerhalb der Zivilbevölkerungen auf beiden Seiten aufzuzeigen und gegenüberzustellen.

Die Konfliktstruktur zwischen Teilen der israelischen Bevölkerung sowie den machthabenden Regierungen Israels - und auf der anderen Seite der Bevölkerung der besetzten Palästinensischen Gebiete sowie ihren Autonomiebehörden soll sichtbar gemacht werden.
Ihre unterschiedlichen Lebenswelten und Sichtweisen sind klar erkennbar und verdeutlichen sich anhand manifestierender Grenzen wie dem Sicherheitszaun zwischen dem Staat Israel und der West Bank, der nur teilweise entlang der Green Line von 1967 verläuft und in einigen Regionen aus einer 8-Meter hohen Betonmauer besteht. Diese Sperranlage und vielleicht zukünftige Grenzlinie ist nur über gut kontrollierte Check-Points der Israelischen Armee zu passieren - und das nur von bestimmten Personengruppen.

Darüber hinaus sind die verschiedenen ideologischen Strömungen innerhalb der Zivilgesellschaften spürbar, sozio-kulturelle Unterschiede äußern sich in Grenzüberschreitungen im Hinblick auf Menschenrechte und zugestandenem oder verwehrtem Rückkehrrecht. So finden noch immer Siedlungsbau in der West Bank und in Ost-Jerusalem statt sowie rechtlich und methodisch zweifelhafte Zwangsräumungen durch israelische Soldaten - beispielsweise im Ostjerusalemer Stadtviertel Sheik Jarrah. Diese werden von lauten Protestveranstaltungen solidarischer Israelis und internationaler Friedensaktivisten begleitet.

„Stillen Widerstand“ gegen den israelischen Siedlungsbau leisten daneben ein 70jähriger Palästinenser und seine Familie, die anonym bleiben möchten. Seit 1980 verlassen sie ihr selbst erbautes Haus in Beit Ljza nahe Ramallah nicht, obwohl sie seit diesem Zeitpunkt von allen vier Seiten von der neu erbauten israelischen Siedlung Giv´on Hahadasha umringt sind. Ein mehrere Meter hoher Drahtzaun und ein Stahltor trennen Palästinenser und Siedler.

Eine weitere Seite des Konfliktes zeigt sich in der Grenzregion zum Gaza-Streifen, in der immer wieder Kassam-Raketen nieder gehen. Die israelische Regierung baut aus diesem Grund seit 2008 Bunker an die Häuser, die in der Region stehen. Den Bewohnern eines Kibbuz in Nir`Am bieten diese Sicherheitsräume sowie zusätzliche Betonunterstände auf dem Gelände Schutz vor Einschlägen.

Trotz der Gewalt orientierten Historie der Region, ist der Mehrheit der Bevölkerungsgruppen der Wunsch nach Sicherheit, Frieden und wirtschaftlichem Aufschwung durch eine politische Lösung des Konfliktes gemein.

Wir danken folgenden Personen: Pnina und Micha Ben-Hillel, Ulrike Eimermacher und Wafa Gazawneh

Eine Dokumentation von Yvonne Schönherr aka tessa.hamburg und Ylva Salzmann (salzmann.streetlog.de) aus dem Juli 2010

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Yvonne Schönherr und Ylva Salzmann

 

Bei weiterem Interesse an den Ausstellungsstücken wenden Sie sich bitte an: info(at)tessa-hamburg.de und bei den zugehörigen Videos an Ylva Salzmann.

Informationen zum Thema finden Sie unter:
http://www.un.org/apps/news/infocusRel.asp?infocusID=70&Body=Palestin&Body1=
http://www.ochaopt.org/
http://www.en.justjlm.org
http://www.reporter-ohne-grenzen.de/spenden-und-helfen.html

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