„Wozu noch Journalisten?“
Die Akademie für Publizistik kürt die Gewinner ihrer aktuellen „Preisfrage“ – die Chefredakteurin der taz, Ines Pohl, hält die Laudatio.
Hamburg, 19. Oktober 2009.Jennifer Wilton, Reporterin der „Welt“ in Berlin, ist mit dem ersten Preis des Wettbewerbs „Preisfrage“ der Akademie für Publizistik ausgezeichnet worden. In ihrem Beitrag zum Thema „Wozu noch Journalisten?“ entwirft sie ihr Idealbild des Berufsstandes – mit all den Brüchen und Widersprüchen, die journalistische Persönlichkeiten ausmachen. Jurymitglied Dagmar Reim, Intendantin des RBB, lobt „die guten lakonischen Sätze“ von Wilton. Der zweite Preis geht an Maria Bernarde Benning, freie Journalistin in Berlin. Frank Keil, freier Journalist aus Hamburg, erhält den dritten Preis. Die Akademie ehrt die Gewinner mit einer öffentlichen Preisverleihung in der Akademie für Publizistik am 30. Oktober in Hamburg. Die Laudatio hält Ines Pohl, seit Juli 2009 Chefredakteurin der „taz“.
Fiktive Gespräche und Plädoyers
Mit der „Preisfrage“ will die Akademie für Publizistik seit dem Start des Wettbewerbs 2006 zum Nachdenken über den Journalismus anregen. Die Ausschreibung macht zur Bedingung, dass die Texte noch nicht veröffentlicht worden sind. Bei der Entscheidung über die Textsorte lässt sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern freie Hand. Entsprechend individuell gehen die Journalisten an die Aufgabe heran: Maria Bernarde Benning zum Beispiel lässt Sokrates und Platon mit einem arbeitslosen Journalisten diskutieren und entwickelt daraus ein temporeiches Gespräch voller Witz und Anspielungen. Frank Keil überzeugte die Jury mit einem Plädoyer für einen Journalismus, der sich einmischt. „Wir waren beeindruckt, wie ideenreich und sprachlich gewandt das Thema in vielen Texten umgesetzt worden ist“, sagt Annette Hillebrand, Direktorin der Akademie und Mitglied der Jury. „Die gute Resonanz und die sehr unterschiedlichen Herangehensweisen zeigen, dass das Thema Diskussionsstoff bietet.“
Prominent besetzte Jury
Mit 44 Beiträgen haben in diesem Jahr mehr Teilnehmer als in den Vorjahren auf die „Preisfrage“ geantwortet. In der Jury entscheiden über die Preisträger neben Dagmar Reim und Annette Hillebrand der Spiegel-Autor Jürgen Leinemann, Medienjournalist Stefan Niggemeier, Michael Rutz, Chefredakteur Rheinischer Merkur, Res Strehle, stellvertretender Chefredakteur des Tages-Anzeigers Zürich und Cord Aschenbrenner, freier Journalist und Initiator der „Preisfrage“. Die Preise sind mit 2.000 Euro, 1.000 Euro und 500 Euro dotiert.
„Preisfrage“ 2010: Neue Ausschreibung
Die „Preisfrage“ ist von Beginn an ein Kooperationsprojekt der Akademie für Publizistik und der ZEIT-Stiftung Gerd und Ebelin Bucerius. Die neue Preisfrage lautet: „Brauchen Journalisten eine Haltung?“ Die Ausschreibung hat am 5. Oktober begonnen, Einsendeschluss ist der 31. März 2010.
TERMINHINWEIS
Die Preisverleihung wird am 30. Oktober um 19 Uhr in der Akademie für Publizistik, Warburgstraße 8-10 gefeiert. Auf dem Programm stehen die Lesungen der ausgezeichneten Texte. Ines Pohl, Chefredakteurin der taz, wird in ihrer Laudatio auch selbst Stellung nehmen zu der Frage „Wozu noch Journalisten?“. Die Veranstaltung ist öffentlich, um eine formlose Anmeldung per Mail wird gebeten: info(at)akademie-fuer-publizistik.de

